Blühende Landschaften

 


Initiative „Blühende Landschaften“

- grün ist für Bienen nicht genug –

 

durch die Strukturarmut unserer Landschaft leiden blütenbesuchende Insekten, so

auch die Honigbienen, zunehmend an Nahrungsmangel. Kurze Massentrachten wie

beispielsweise Raps, stehen als Nährstoffquelle oft nur für Wochen zur Verfügung.

Im Sommer und Herbst wird das Nahrungsangebot für die Insekten dann

zunehmend knapp, da die Nutzflächen abgeblüht, die meisten Wiesen und

Feldraine abgemäht sind. Die Folge: Die Bienen leiden Hunger, wenn die Imker sie

nicht frühzeitig mit Zuckerwasser füttern, um sie über den Winter zu bringen. Eine

dramatische Folge für unsere Umwelt, denn Bienen sind für die Fruchtbarkeit der

Mehrzahl von Wild- und Kulturpflanzen mit verantwortlich. Ohne ihr Umtragen von

Blütenpollen und anderen hochwirksamen Substanzen kommen komplexe

Naturvorgänge zum Erliegen, deren Folgen wir noch gar nicht richtig einschätzen

können. Durch das Aufsuchen blütenreicher Biotope schaffen Bienen quasi ein

„unsichtbares Netz“ in der Landschaft, das für die Aufrechterhaltung vieler

Naturvorgänge sorgt.

 

Aus dieser Problematik heraus wurde vor einigen Jahren die bundesweite Initiative

von Imkern für „Blühende Landschaften“ begründet mit dem Ziel, die Bevölkerung,

die Landwirte und die Kommunen zu besonderem Engagement aufzufordern.

Wenn jeder in seinem Bereich mithilft, „Blühendes“ zu erhalten, zu fördern und

einzubringen, hilft er, der Nahrungsnot der blütenbesuchenden Insekten und

Bienen entgegenzuwirken und fördert ihre Entwicklung und die Erhaltung der

natürlichen Pflanzenfruchtbarkeit. Ein Nutzen, der zum Schluss uns allen zugute

kommt.

 

Städte, Gemeinden und Bürger können hier mit wenig Mitteln viel tun. Schon ein

blumenreicher Balkon kann hier mithelfen. Die Umwandlung von Pflanzbeeten in

Wildblumenflächen und die Reduzierung des Pflegeaufwandes bei Grünflächen

fördern Wildinsekten und Honigbienen durch ein reichhaltigeres Nahrungsangebot.

Ergänzend sollte der Blütenanteil vorhandener Brachestreifen und Raine durch

jährliche Mahd verbessert werden. Für die späte Tracht sinnvoll ist das

Ausblühenslassen bzw. eine späte zweite Mahd der Grünflächen, auch wenn

ästhetische Aspekte und Ordnungsliebe gelegentlich zurücktreten müssen.

Auch in der freien Landschaft kann dem Trend zur Arten- und Strukturarmut

erfolgreich entgegengetreten werden: Landwirte werden gebeten, blütenreiche

Feldraine zu erhalten, Brachflächen ausblühen zu lassen und darüber hinaus

weitere Blühflächen durch Einsaat zu schaffen.

 

 

Da nicht jede Blütenpflanze für diesen Zweck geeignet ist, haben wir eine erste Liste

bienenförderlicher Pflanzen beigefügt. Die nur für die Ortslagen geeigneten Arten

sind kenntlich gemacht. Gerne helfen hier auch entsprechende Fachfirmen weiter.

Blütenbesuchende Bienen und Wildinsekten sind heute vor allem infolge der

Intensivierung der landwirtschaftlichen Nutzung und der innerstädtischen

Grünpflege durch die Abnahme des Nahrungsangebotes bedroht. Um dieser

Entwicklung entgegenzutreten, benötigen die Imker auch Ihre Mithilfe! Eine

Verbesserung der Situation kann nur gemeinsam gelingen.

 

 

Ansprechpartner:

 

Frau Deuse-Wodika, Unter Naturschutzbehörde des Main-Kinzig Kreises

06051 - 8514431

 

Herr Zeh, Unter Naturschutzbehörde des Main-Kinzig Kreises

06051 – 8515627

 

Herr Matthias Ullmann, Imkermeister

0171 - 1870783

 

Herr Georg Peukert, Beirat in Bienen- und Honigfragen

06181 - 4387261  

 

 

Anlage: Aufstellung über Blütenpflanzen und Bäume

 

 

 

 

© Gemeinde Niederdorfelden